Samstag, 31. Juli 2010
 
 
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Der Therapiehund


Zielsetzung der Tiergestützten Therapie

Der Therapiehund wird zur unterstützenden Förderung und
Therapie bei Menschen eingesetzt.

Das Caniscentrum Elke Brix bildet Hunde speziell auf die
verschiedenen Behinderungsformen und diversen Funktions-
einschränkungen von Menschen aus; dabei orientiert sich
das Training des Hundes an seinem späteren Einsatzgebiet.
Der Hund lernt ungewöhnliche Bewegungen, Geräusche und
Gerüche zu tolerieren, er ist an diverse Hilfsmittel gewöhnt,
er reagiert zuverlässig auf Hör- und / oder Sichtzeichen.

Es gibt 2 grundsätzliche Einsatzmöglichkeiten eines

Therapiehundes:

Tiergestützter therapeutischer Einsatz:

Dies kann in der Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie,
Heilpädagogik, Psychotherapie und in anderen sozialen,
therapeutischen Bereichen erfolgen. Der Hund wird in die
Arbeitsweise der "Grundtherapie" des Menschen vom
Therapeuten gezielt integriert, in der "therapiefreien Zeit"
ist er ein normaler Familienhund des Therapeuten.

Dauereinsatz eines Therapiehundes:

Dies kann bei einer behinderten Einzelperson zu Hause oder
in einer sozialen Einrichtung (z.B. Wohnheim) erfolgen. Der
Hund lebt bei seinem behinderten Besitzer, ist an dessen
Behinderung gewöhnt, er reagiert gut auf entsprechende
Kommandos des Behinderten. Der Hund hat die Aufgabe, u.a.
psychisch zu stabilisieren, Außenkontakte zu erleichtern und
Aktivitäten zu fördern.

Motivationsziele:
  
Eingehen von Beziehungen, Aufbau von Vertrauen, Übernahme
von Verantwortung.

Erziehungsziele:

Verbesserung der Kommunikation, Arbeit im Team, Gegenseitige
Rücksichtnahme, Förderung der Selbständigkeit.

Erholungsziele:

Lösen von Verspannungen, Gewinnung von Zuwendung, Aner-
kennung, Üben von Geduld, Abbau von Depressionen, Abbau
von Ängsten.

Einsatzgebiete für Therapiehunde:

Kinder und Jugendliche, Gewaltopfer, Begleiter bei therapeu-
tischen Sitzungen, Krankenhäuser, Altenheime, Einrichtungen
für behinderte Menschen.

Einsatzgebiete für Kinder und Jugendliche:

Psychische oder physische Beeinträchtigungen/Störungen,
Schwellenängste Aggressivität, Hyperaktivität, Unausgeglichen-
heit, Einsamkeit und Langeweile, Sprachstörungen, Förderung
der Motorik.

Therapieziele:

Übernahme von Verantwortung, Erweiterung von Kreativität
und Phantasie, Unterstützung der psychischen und physischen
Gesundheit, Förderung der „sozialen Kompetenz“, Verbesserung
der Grob- und Feinmotorik; Abbau von Aggressionen, Steigerung
des Selbstwertgefühles, Stärkung der psychischen Sensibilität.

Gewaltopfer:

Seelisch und körperlich misshandelte Personen, Vergewaltige
Personen, Opfer von Gewalttaten, Zeugen von Gewalttaten,
Beteiligte z.B. ermittelnde Beamte.

Therapieziele bei Gewaltopfer:

Der Zugang zum Opfer wird erleichtert, der Hund ist neutral,
wird nicht sofort mit Menschen in Verbindung gebracht. Der
Hund akzeptiert Menschen, wie sie sind. Er vermittelt Wärme,
Zärtlichkeit, aber auch Nähe und Schutz.

Begleiter bei therapeutischen Sitzungen:

er dient als Brücke zwischen Therapeut und Patient. Der
Zugang zum Patienten kann erleichtert werden, Patienten,
vor allem Kinder und Jugendliche, lernen, sich an die Regeln
zu halten, werden ruhiger, das Selbstwertgefühl wird gestärkt,
wenn der Hund „ihren Befehlen“ gehorcht, Konzentriertes und
aufmerksames Arbeiten über einen längeren Zeitraum. Bei
autistischen Patienten kann es sein, dass sie wieder erste
körperliche Berührungen zulassen.

Krankenhäuser:

Patienten haben einen hohen Bedarf an menschlicher Wärme
und Zuneigung, die eigene Krankheit belastet die Beziehungen
zu anderen Menschen, psychische und physische Barrieren
können entstehen, der Hund hilft, diese abzubauen.

Altenheime:

Eigene Haustiere und deren Haltung ist in Altenheimen nicht
erlaubt. Vereinsamung, die Patienten kapseln sich ab, verlieren
ihre Lebensfreude, fühlen sich nicht mehr geliebt und gebraucht,
haben keinen, für den sie Verantwortung übernehmen können.
Der Besuch vermittelt Freundschaft und Wärme, hilft beim
ersten Schritt, Sozialkontakte herzustellen.

Der Therapiehund bringt Abwechslung in den Heimalltag, liefert
Gesprächsstoff und Vorfreude auf den nächsten Besuch. Bei
neurologischen Grunderkrankungen, z.B. bei neurologischen
Defiziten (Multiple Sklerose, Status post Schlaganfällen,
Morbus Parkinson) können bemerkenswerte Ereignisse
beobachtet werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen:

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben,
dass die Heilkraft sich in vielfacher Wirkung entfaltet. Die Liebe,
die man einem Hund oder auch anderen Tieren entgegenbringt
beeinflußt das körperliche und seelische Wohlbefinden des
Menschen - sie ist so alt, wie die Geschichte der Menschheit,
wie die Lebensgemeinschaft von Mensch und Hund.

Aber erst vor 20 Jahren wurde sie von der Medizin als solche
entdeckt. Tiere, besonders Hunde, sind von Natur aus
freundlich. Sie widersprechen nicht. Aber sie können verstehen,
sie können mitempfinden. Sie lesen unsere Gedanken von
unseren Augen ab, sie begreifen unsere Bewegungen, denn
ihnen ist die Sensibilität für die oft unbewußten Signale der
Körpersprache nicht abhanden Urzeiten gelernt haben, wie
wichtig es ist, jedes Lebewesen zu durchschauen und richtig
einzuschätzen, haben sie sich ihr instinktives Wahrnehmungs-
vermögen bewahrt.